Lehrgang Angewandte Medienpädagogik

Zielgruppe

Lehrer*innen, Erzieher*innen, Jugendarbeiter*innen und Interessierte, die mit Menschen aller Altersgruppen Medienprojekte durchführen wollen.

Teilnehmerzahl: 10-12

 

Ziele

Das Kulturgut Film hat sich weiter demokratisiert. Die Technik ist für jeden erschwinglich geworden und es gibt viele Interessierte, die sich kreativ mit der Kamera ausdrücken wollen. Filme drehen ist Teamarbeit. Und besonders jüngere Filmemacher brauchen ein Umfeld, wo sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können. Hier kommen die Medienpädagogen ins Spiel, die dieses Umfeld schaffen können. Motivieren, organisieren, delegieren und Hilfestellung geben. Die Teilnehmer*innen sollen durch den Lehrgang dazu befähigt werden, eigenständig partizipative Medienprojekte mit Laien durchzuführen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf audiovisuellen Medien. Dazu gehört der Umgang mit Kamera (Foto, Video, Smartphone), und Audioaufnahmegeräten, die Einführung in professionelle und kostenlose Video-und-Audio–Software – also die Durchführung medienpädagogischer Projekte mit jedem Budget.

 

Aufbau

Der Lehrgang besteht aus zwölf Kursblöcken, in denen die Teilnehmer*innen den Umgang mit den Geräten erlernen, selbst tätig werden und handelnd die Grundlagen der Fotografie, der Bildkomposition – kurz des Filmens erfahren und didaktische Mittel erhalten, mit denen sie auch Kindern das Prinzip Film verständlich machen können. In einem Know-how-Block erhalten die Teilnehmer*innen auch rechtliche Tipps und die Nutzung der Social Media als Plattform für mediale Projekte kennen.

Bestandteil des Lehrgangs ist die eigenverantwortliche Umsetzung eines medienpädagogischen Projekts im eigenen Tätigkeitsumfeld, das beim Abschluss öffentlich gezeigt wird. Bei der Umsetzung dieses Projekts werden die Teilnehmer*innen von den Referenten*innen begleitet.

Der Lehrgang endet mit einem öffentlich zugänglichen Mini-Festival der im Lehrgang entstandenen Filme, sowie der eigenen Arbeiten der Lehrgangsteilnehmer.

Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, zwei Zusatzmodule zu buchen, die sich als Ergänzung zum Lehrgang verstehen. Einmal ein Tanzworkshop für Musikvideo mit Elfi Troi und einmal ein Sprechtechnik-Seminar (Referent*in steht noch nicht fest).

Das TPZ stellt im Rahmen der Kursblöcke die audiovisuellen Geräte für die Teilnehmer*innen zur Verfügung. Es ist von Vorteil, wenn die Teilnehmer*innen mit ihren eigenen Geräten (Laptop, Videokamera oder DSLR-Kamera, falls vorhanden) arbeiten, um zu trainieren. 

Die Kursblöcke finden immer von Freitag 16 Uhr – Samstag 18 Uhr statt und umfassen 12 Stunden.

1. Kamera Grundlagen

11./12. Oktober 2019

Technik: Wie funktioniert Kamera, Blende, Zeit, Lichtempfindlichkeit, das Menü verstehen, Stativ, Objektivarten, Accessoires (Aufheller, Licht, Lampen, Dolly, Stabilisierer, ...), Weißabgleich

Didaktische Einheit: Wie die Bilder laufen lernten (Daumenkino, ...), Geschichte des Films (analog, digital, animiert, Trickfilm, ...)

 

2. Kamera Komposition

22./23. November 2019

Technik: Bildaufbau, Einstellungen, Ebenen (Vorder-, Hinter- Mittelgrund), Perspektiven, Beleuchtung, Bildachsen, Regeln, Goldener Schnitt, Blickrichtungen, Kopfraum, Nasenraum, Charaktere stärken/schwächen

Didaktische Einheit: Der goldene Schnitt

 

3. Ton

24./25. Jänner 2020

Gerätekunde: Mikrophon, Aufnahmegerät, Smartphone, Software, physikalische Grundprinzipien, Umgang mit diesen Geräten, Tonperspektive.

Workflow: Texte finden, umsetzen, für die Aufnahme vorbereiten, Aufnahme, Bearbeitung, Geräusche aufnehmen

didaktisch siehe Ohren spitzen (Hörrätsel, Ich bin Heidi und das ist mein Geräusch ..., Witze auflösen, ...)

Umsetzung eines Hörprojektes.

 

Zusatzmodul mit einem Sprech-Coach: Aussprache, Sprechen fürs Mikrophon, sinngemäß betonen.

 

4. Geschichten entwickeln

21./22. Februar 2020

Schreibimpulse, ins Schreiben kommen, was schreibt man, was nicht? Dialoge schreiben

verschiedene Methoden zur Plotentwicklung: Schneeflockenmethode, Drei-Akte-Modell, Fünf-Akte-Modell, Heldenreise, Vorstellung von Schreibsoftware

Laptop selbst mitbringen.

Das Drehbuch und seine Funktion.

Hausaufgabe: Kurzfilm für Spielfilm-Block entwickeln

 

5. Schnitt Grundlagen

20./21. März 2020

Technik: Vorstellung von Schnitt-Software, Workflow Schnitt: Übertragung Kamera-Computer, Ordnungssysteme, Schnittprinzipien – einfache und komplexe Schnitte, Übergänge, Titelgestaltung, Tonschnitt (Geräusche, Musik, Voice over, ...)

Didaktische Einheit: für Kinder „Schnitt“ verständlich machen

 

6. Schnitt Gestaltung – Hausaufgabe

17./18. April 2020

Kreativ werden beim Schnitt, Montageprinzipien, Rhythmus, Farbbestimmung (grading), Dialoge, Interviews schneiden

 

7. Tricks mit der Kamera

15./16. Mai 2020

Green Screen, Stopptrick, Animationen mit Gegenständen, Tricks im Schnittprogramm, kurze Szenen mit Tricks erfinden

 

8. Musikvideo

12./13. Juni 2020

Technisches, Workflow, Geschichte entwickeln, Drehplan, Umsetzung und Schnitt

 

Zusatzmodul mit Elfi Troi: Einfache Choreografien für Musikvideos.

 

9. Spielfilm Grundlagen – Szenen auflösen

28./29. August 2020

Einrichten, Filmen, Schneiden

 

10. Dokumentation – Interviews filmen, ein Portrait erstellen, Kurzbericht, Nachrichtenmagazin

25./26. September 2020

Übungsfilme, Kriterien, wie führt man Interviews, offene Fragen, ....

 

11. Soziale Netzwerke, Filmfestivals, ... Rechtliches (Musikrechte, Fotoerlaubnis, ...)

16./17. Oktober 2020

Trailer zum Filmfestival erstellen, auf sozialen Netzwerken teilen mit Thumbnail, Schlüsselwörter, Beschreibung, ...

 

12. Mini-Filmfestival

14. November 2020 von 9 bis 22 Uhr

Präsentation der eigenen Medienprojekte und der Projekte, die im Laufe des Lehrgangs entstanden sind, Zertifikatsübergabe, ...

 

Die Referenten:

Thomas Troi, hauptamtlicher Theaterpädagoge im TPZ Brixen, audiovisueller Techniker (Filmschule Zelig, Bozen), leitet seit 2003 die Videowerkstätten im TPZ Brixen. Zahlreiche Medienprojekte in Schulen und im Rahmen der Begabungsförderung.

Benedikt Troi, freischaffender Mediengestalter mit eigener Firma, social media affin und mit einem faible für analogen Film.

Heidi Troi, hauptberuflich Lehrerin in der Grundschule, nebenbei Theaterpädagogin und Autorin. Leitet Workshops zum kreativen Schreiben im Rahmen der Begabungsförderung und schüttelt Geschichten aus dem linken Ärmel.

Elfi Troi, hauptberuflich als Englischlehrerin an einer Privatschule tätig, nebenbei Theater- und Tanzpädagogin. Bringt Steine zum Tanzen und kreiert aus Alltagshandlungen Choreografien.