Umstrukturierung?
Wie bitte? Baut das TPZ um? Schließt das TPZ? Gibt es dann für uns im Herbst keine Theaterwerkstätten mehr?
Einige unserer Spieler:innen sind ganz besorgt auf uns zugekommen und hatten Angst, dass sie im Herbst keinen Platz mehr im TPZ haben oder das TPZ überhaupt schließt.
Daher gleich hier und ganz groß:
Das TPZ bleibt aktiv und für euch ändert sich (fast) nichts.
Was ist aber dann genau mit „Umstrukturierung“ gemeint?
Tatsache ist: Eine unserer Haupteinnahmequellen bisher waren die Schulprojekte.
Wie ihr alle wisst, bestreiken die Lehrpersonen seit Herbst 2025 außerschulische Projekte. Es finden keine Schulausflüge mehr statt und auch externe Experten werden nicht mehr an die Schulen eingeladen. Für uns bedeutet das: Von beinahe 100 Schulprojekten, die wir in anderen Schuljahren durchgeführt haben, sind ganze 7 übrig geblieben.
Da der Bedarf an unseren schulischen Angeboten nach Corona so groß war, haben wir in den vergangenen Jahren nach und nach sechs Stellen geschaffen. Sechs Menschen, die nicht nur eure Werkstätten durchgeführt und für euch Festivals organisiert haben, sondern eben auch an Schulen unterwegs waren. Diese sechs Stellen sind nicht mehr finanzierbar und auch nicht mehr nötig, denn die zwei Facebookgruppen, die landauf, landab die Lehrpersonen lenken, rufen bereits zur Fortsetzung des Streiks auf.
Stellenabbau
Nach eingehenden Gesprächen mit diversen Experten und Politikern war klar, dass das Loch in unserer Bilanz nicht einfach so mit Steuergeldern gestopft werden kann. Weil unser ehrenamtlicher Verwaltungsrat diese finanzielle Last nicht aufgeladen bekommen darf, mussten wir drei Stellen abbauen. Der Verwaltungsrat hat sich mit der Entscheidung, wer seinen Job verliert, wirklich nicht leichtgetan. Aber sie musste getroffen werden, um das Überleben des TPZ insgesamt zu gewährleisten.
Konkret werden jetzt Heidi Troi, Benedikt Troi und Nathaly Ebner ihre Arbeit nicht mehr als hauptamtliche Mitarbeiter:innen fortsetzen. Die übrigen Mitarbeiter sind darauf vorbereitet, dass auch sie einen anderen Job annehmen müssen, wenn der Lehrerstreik fortgesetzt wird.
Aber: Die Werkstätten im TPZ leben weiter
Für die Werkstätten schlägt unser Herz – und zwar seit über 30 Jahren. Wir lieben es, mit euch zusammen Geschichten zu finden, daraus Theaterstücke zu entwickeln, auch mal gemeinsam auf die Nase zu fallen, den Applaus dafür zu ernten und zu sehen, wie ihr euch von schüchternen Mäuschen zu selbstbewussten, kreativen Menschen entwickelt.
Die Werkstätten wurden in der langen Zeit, die es uns gibt, mal ehrenamtlich, mal gegen ein kleines Entgelt durchgeführt. Erst in den letzten vier bis sechs Jahren waren sie Teil unseres Berufs. Nun ist das nicht mehr möglich.
Für manche unserer Mitarbeiter war das leichter zu akzeptieren als für andere. Heidi wird weiterhin ehrenamtlich mitarbeiten – sowohl als Werkstattleitung als auch hinter der Bühne. Nathaly und Benni werden den Versuch wagen, etwas Eigenes aufzubauen. Wir wünschen ihnen viel Glück dabei.
Entscheidungen, Entscheidungen, Entscheidungen
Nein, keine Angst. Für euch heißt das jetzt nicht, dass ihr euch entscheiden müsst. Für euch heißt das: Ihr dürft wählen oder vielleicht sogar doppelt so viel Theater machen wie bisher.
Wir freuen uns, wenn ihr ab Herbst auf unserer neu gebauten Bühne ausprobiert, ob diese Bretter wirklich die Welt bedeuten. Als Leitung stehen wie bisher Jonathan, Magdalena, Thomas und Heidi zur Verfügung. Ihr habt also weiterhin die Möglichkeit, Theater zu spielen. Ob bei uns oder anderswo, Hauptsache, ihr spielt mit Freude Theater!